Maria Isabel Betancur Franco 

Im Kontext der Trauerversorgung werden Chatbots für therapeutische Zwecke und als „Trauerbots“ eingesetzt, die die Rolle der verstorbenen Person übernehmen.

Nutzende riskieren dabei Datenschutzverletzungen und eine psychische Abhängigkeit von kommerzialisierten Diensten. Zur Erarbeitung von menschenzentrierten Leitlinien für den verantwortungsvollen Einsatz von KI im Bereich der Trauerversorgung, wurde eine qualitative Studie durchgeführt, bestehend aus Interviews mit Therapeuten (N = 4), einer Umfrage unter Trauernden (N = 49) und Interviews mit einer Untergruppe der Betroffenen (N = 4). Die Teilnehmenden äußerten geringes Vertrauen in die Wirksamkeit und Datensicherheit therapeutischer Chatbots und lehnten Trauerbots unter Berufung auf ethische und psychologische Bedenken entschieden ab. Auch die Therapeuten wiesen auf die damit verbundenen Risiken hin, identifizierten jedoch Möglichkeiten für deren Einsatz als ergänzende Therapieinstrumente und betonten die Notwendigkeit professioneller Supervision und Nutzungsbeschränkungen. Die entwickelten Leitlinien beinhalten Aspekte wie Personalisierung, Datenschutz und -sicherheit, fachliche Aufsicht sowie eingeschränkte Nutzung für spezifische Gruppen (Alter, psychische Merkmale). Das neuartige RUDA-Rahmenwerk (Responsible Usage, Development, and Administration) wird vorgestellt. Dies hat zum Ziel die damit verbundenen Risiken zu mindern, indem es die Verantwortlichkeiten der einzelnen Akteure für eine verantwortungsvolle Anwendung von Trauer-KI beschreibt und festlegt. 

Betancur Franco, M. I. (2026). Design guidelines for the therapeutic use of AI in grief. Journal of Responsible Technology. Vol. 25, S. 100148, ISSN 2666-6596, https://doi.org/10.1016/j.jrt.2026.100148. 

Den Artikel finden Sie unter: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2666659626000016 oder wenden Sie sich an Hildegard Willmann (h.willmann@trauerforschung.de) und nennen Sie Autor*innen, Jahr und den englischsprachigen Titel der Veröffentlichung.