Martin Lytje, Atle Dyregrov
Wenn Kinder ein nahestehendes Familienmitglied verlieren, hat dies tiefgreifende und dauerhafte Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden, ihre soziale Entwicklung und ihre Bildung.
In den letzten drei Jahrzehnten wurden in Teilen Skandinaviens Richtlinien und Maßnahmen zur Trauerversorgung entwickelt, die in Dänemark und Norwegen am systematischsten dokumentiert sind. Dieser Artikel bietet eine narrative Übersicht über 59 peer-reviewte Studien, ergänzt durch kontextbezogene Bücher und Berichte, anhand derer untersucht wurde, wie solche Richtlinien und Maßnahmen konzipiert, umgesetzt und evaluiert wurden. Die Übersicht fasst Erkenntnisse zu Erfolgen und Hindernissen zusammen. Außerdem bietet sie einen länderübergreifenden Vergleich. Die Ergebnisse zeigen, dass Richtlinien und diesbezüglich entwickelte Pläne die institutionelle Bereitschaft und das Selbstvertrauen des Personals stärken können. Die Wirksamkeit ist jedoch abhängig von den lokalen Institutionen, Führungspersonen, Schulungen und der Ausrichtung der Richtlinien und Pläne auf die Lebenserfahrungen der Kinder. Zu den Hindernissen zählen mangelnde evidenzbasierte Trauerkenntnisse, institutioneller Widerstand und falsche Vorstellungen über Trauer. Die Übersicht hebt Erkenntnisse für Praxis, Politik und Forschung hervor und bietet Empfehlungen für eine mitfühlendere, evidenzbasierte Trauerversorgung im Bildungsbereich.
Lytje, M., Dyregrov, A. (2025). Bereavement policies and plans in education: Evidence, barriers, and recommendations. Death Studies, Vol. 7, S. 1-13. doi: 10.1080/07481187.2025.2568014. Epub ahead of print.
Den Artikel finden Sie unter: https://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1080/07481187.2025.2568014 oder wenden Sie sich an Hildegard Willmann (h.willmann@trauerforschung.de) und nennen Sie Autor*innen, Jahr und den englischsprachigen Titel der Veröffentlichung.

