Dr. Andreas Maercker, Dr. Hansjörg Znoj

Ebenso wie traumatische Erlebnisse bei manchen Menschen eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) auslösen können, kann Trauer für einige Hinterbliebene zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Derzeit erkennen sowohl das DSM-IV als auch die ICD-10 keine Art von Trauer als psychische Störung an. Dieser Überblicksartikel fasst die neuesten Entwicklungen in Bezug auf die Definition, Beurteilungskriterien, Prävention und Behandlung von Komplizierter Trauer (complicated grief disorder - CGD) zusammen und vergleicht CGD mit PTBS.

Dabei sind vier Bereiche von besonderer Bedeutung für Forschung und Praxis: (a) der kürzlich vorgeschlagene Konsens für Kriterien von CGD in den Diagnoseklassifikationssystemen DSM-V und ICD-11, (b) vorhandene Messinstrumente, (c) der aktuelle Stand bezüglich Prävention und Behandlungsmethoden sowie darauf bezogene Effektivitätsstudien und (d) neu entwickelte Störungsmodelle sowie Forschung zu Risiko- und Schutzfaktoren. Diese Überblicksarbeit konzentriert sich auf Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen CGD und PTBS und hebt hervor, wie das Verständnis von PTBS dazu beträgt, die Erforschung und klinische Behandlung von CGD zu verbessern.

Maercker, Andreas; Znoj, Hansjörg (2010): „The younger sibling of PTSD: similarities and differences between complicated grief and posttraumatic stress disorder”, in: European Journal of Psychotraumatology, Vol. 1, S. 5558-5566.
(http://www.eurojnlofpsychotraumatol.net/index.php/ejpt/article/view/5558)

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Trauer in Zeiten von COVID-19

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